Simulationsspiel zur internationalen Politik POLIS im November 2008

POL&IS – Weltpolitik spielend verstehen
Die 18 SchülerInnen des Leistungskurses Politik (12G3) stellten sich vom 17. bis 19. November 2008 in der Bremer Scharnhorst-Kaserne gemeinsam mit einer Klasse aus Aurich der Herausforderung POL&IS (Polititk und internationale Sicherheit). Wie im richtigen Leben waren dabei neben den Bedürfnissen der eigenen Region auch die verschiedenen Sprachen eine Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Begleitet wurden sie von ihrer Kurslehrerin Elke Schneppe.
Betreut wurden die Schüler von den Bremer Jugendoffizieren Widukind Baier und Sebastian Ellinghaus.

Erlebnisse aus der POL&IS-Welt
„Endlich. In China wurde die Demokratie eingeführt, die Chemiewaffen wurden abgebaut und das Problem mit den Massenarbeitern und den Menschenrechten, die nicht beachtet werden, ist gelöst.
Hört sich toll an, ist aber leider nur in dem Simulationsspiel POL&IS der Fall“, verkündet Timo leicht wehmütig seine Erfolge. Der 18-Jährige nahm bei der Simulation für Politik und internationale Sicherheit die Position der Regierungschef von China ein. Kein leichter Job.
Mit welchen Problemen, ökonomischen, ökologischen und politischen Einflüssen eine Region umgehen muss, wird erst deutlich, wenn sie tatsächlich zutage treten. Auch Vanessa Danquah hatte in ihrer Region Südamerika allerhand zu tun.
„Ich bin Regierungschef von Südamerika. Südamerika hat eine sehr große Bevölkerung. Wir haben zur Zeit Guerilla im Land und probieren, sie zu bekämpfen. Wir hoffen auf Unterstützung der anderen Länder. Trotz massiver Unterversorgung habe ich mich bei den Neuwahlen behaupten können. Nun muss ich in den nächsten vier POL&IS-Jahren dafür sorgen, dass es meiner Bevölkerung gut geht.“

Doch nicht nur für die Regierungschefs gab es Arbeit. Rieswan Abataev repräsentierte gemeinsam mit einem Schüler aus Aurich die Weltbank und stellte fest, dass es dabei einiges zu beachten gilt.

„Unsere Aufgaben beliefen sich nicht nur auf die Kontrolle der Produktionsformulare und Endbestände, die zunehmend eine echte Katastrophe waren, sondern auch auf die Beratung der Vertreter- und Vertreterinnen der Regionen bezüglich Wirtschaftsabkommen und Krediten.
Spannend wurde es, als sich die Regionen Ende des dritten Jahres plötzlich für Kredite interessierten, da die Weltwirtschaft im Industrie- und Agrarsektor sowie im Geldhaushalt den Bach runterging. Besonders im Industriesektor verzeichnete die Welt eine Unterversorgung. Neben absolutem Hochbetrieb in der Handelsphase waren wir auch danach noch mit Zählen, Kontrollieren, Wirtschaftsbericht vorbereiten und Erstellen der Jahresbilanz beschäftigt.“

POL&IS dauert zwei bis fünf Tage. Dabei besteht die POL&IS-Welt aus den elf Regionen West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Ozeanien, Asien, Japan, China, Afrika, Arabien und Russland, die in allen Bereichen der Weltpolitik miteinander agieren. Die teilweise sehr komplexen Vorgänge werden durch die Simulation verständlich, denn die Spieler halten als imaginäres Staatsoberhaupt „ihres“ Landes, als Oppositionsführer, Staats- oder Wirtschaftsminister selbst die Fäden in der Hand.
Beobachtet und überwacht werden die Regionen von den Vereinten Nationen, der Presse und von Nichtregierungsorganisationen, wie Amnesty International oder Greenpeace.
Durch die Simulation wird Politik erlebbar. Den Teilnehmern wird deutlich, warum falsches Handeln interne und externe Krisen auslösen kann, warum Staaten Konflikte austragen, warum Ressourcenknappheit einen Staat ruinieren kann, warum Ökologie und Ökonomie zusammenhängen und warum Sicherheitspolitik unabdingbar ist.
In der interaktiven Simulation Politik und internationale Sicherheit (POL&IS) können die Teilnehmer Weltpolitik live erleben.
Als Regierungschef oder Minister in elf Regionen lösen sie politische Probleme, schließen Bündnisse und sichern so den Wohlstand ihrer Bevölkerung. Auch die Vereinten Nationen, die Weltbank, die Weltpresse und Nicht-Regierungsorganisationen (wie Greenpeace) sind als Akteure dabei. Alle üben Einfluss auf das Weltgeschehen aus. Nationale und internationale Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Sicherheit werden so deutlich.