Frühlings Erwachen

Die Ritterhuder Theater-AG „Theaterdonner“ spielt das Stück „Frühlings Erwachen“ nach Frank Wedekind am Donnerstag, 11.2.2010, 19.30 Uhr, und am Freitag, 12. 2. 2010, 19.30 Uhr, in der Aula der Riesschule in Ritterhude unter der Leitung von Stephan Besl und Karina Kögel-Renken. Die musikalische Ausgestaltung erfolgt durch den Schüler Johann Mähr und sein Ensemble.

Das Stück „Frühlings Erwachen“ ist die Geschichte mehrerer Jugendlicher, die im Zuge ihrer Pubertät mit den Problemen psychischer Instabilität, den Erwartungen der Erwachsenen und der gesellschaftlichen Inakzeptanz ihrer sexuellen Neugier konfrontiert sind. Es kommt nicht nur die Unaufgeklärtheit der Jugend zur Sprache, sondern auch die Schwierigkeit dieser Lebensphase, den richtigen Platz in der Welt zu finden. Es wird deutlich, wie sehr die jungen Leute darauf brennen, endlich mehr über ihre eigene Entstehung zu erfahren. Die Sexualmoral der damaligen Zeit – das Stück ist 1891 erschienen – macht es den Erwachsenen aber unmöglich darüber zu sprechen. Die Jugendlichen stoßen somit ständig auf Grenzen ihres Wissens und auf Verbote. Konfrontiert mit ihren ersten verwirrenden Regungen und Gefühlen, suchen die Jugendlichen nach Möglichkeiten sich zu erproben. Dabei kommt es zu tragischen Geschehnissen. Eine Schülerin wird schwanger, weil ihre Mutter ihr als Erklärung auf die Frage „wie das mit dem Kinderkriegen denn funktioniere“ nur erzählt, man müsse älter und verheiratet sein und „einen Mann lieben, wie du in deinen Jahren noch gar nicht lieben kannst, …“. Ein Schüler begeht Selbstmord, weil er den Leistungsanforderungen nicht gewachsen ist und zwischen den Erwartungen der Eltern und seinem Scheitern zerrieben wird. Sein Freund wird in eine Erziehungsanstalt gebracht, weil er für seinen Tod verantwortlich gemacht wird und zudem die Grenzen der Sexualmoral empfindlich überschritten hat.

Entstehung und Wirkungsgeschichte Frühlings Erwachen (Untertitel „Eine Kindertragödie“) ist ein 1891 erschienenes gesellschaftskritisch-satirisches Drama von Frank Wedekind. Die Uraufführung fand erst am 20. November 1906 an den Berliner Kammerspielen unter der Regie von Max Reinhardt statt. Das Stück ist von eigenen Erlebnissen des Autors (Er selbst wurde z. B. zunächst nur vorläufig in die 2. und in die 3. Klasse nicht versetzt) und seiner Mitschüler inspiriert. Als Vorbild für Moritz Stiefel dienten ihm etwa zwei Mitschüler, Frank Oberlin und Moritz Dürr, die 1883 bzw. 1885 Suizid begangen hatten. Frank Wedekind kritisiert in seinem Werk die früher vorherrschende bürgerliche Sexualmoral und den daraus resultierenden Druck auf Menschen, an welchem vor allem die jungen Geschöpfe zerbrechen. Einst aufgrund seiner angeblichen Obszönität verboten oder zensiert, ist „Frühlings Erwachen“ heutzutage in deutschen und österreichischen Bundesländern eine verbreitete Schullektüre.